Geschichten

Kommentare zu Konzerten (von elritschi)

18.3.1989 Engelberg im Kino

Gaben wir unser erstes Konzert. Man munkelte gerade in Engelberg, das Kino gehe zu und weil uns dieser Raum so gut gefiel, wagten wir uns erstmals in einen grösseren Raum. Wir lachten Hannes aus, als er mit 90 selbstgebastelten Tickets daherkam. Vor dem Auftritt wurde uns dann aber ziemlich "gschmuäch", ob all den vielen Leuten. Urs stellte die Anlage und sowohl er als auch wir wussten noch nicht, dass es für ein grösseres Konzert Bühnenmonitoren braucht, damit es nicht wie wild rückkoppelt,... und das tat es dann auch. Aber halb so schlimm. War so eine unglaubliche Stimmung im Raum (Dorn hielt noch eine kurze Anrede), dass das ganze für uns eine unbeschreiblich schöne Angelegenheit wurde.

7.12.1991 Stans im Chäslager Single-Taufe "Sepp"
Chlais Kayser und Heinz Polenz hatten den Raum vom Chäslager-Team besorgt und uns dann den Raum quasi für die Single-Taufe geschenkt. Am Freitag fingen wir an einzurichten und arbeiteten noch den ganzen nächsten Morgen durch. 30 Freunde halfen an der Bar, beim Eintritt, beim Einpacken der 1000 Doppelsingles, beim Kochen, beim Plattenverkaufen und beim Aufräumen. Um 13.30 Uhr dinierten wir in der Melachärä¤. Um 15.30 Uhr gabs einen Umzug ins Chäslager, dann kam die Kindervorstellung mit einem Zauberer, darauf kam sah und siegte das Kabarett "Bradwurscht", und es spielte sogar eine richtige Blues-Band als Vorband bis wir dann mit den Horny-Horns um ca. 23.00 Uhr loslegten. Weit über 400 Leute packten wir hinein......
Urs, der Architekt vom Chäslager sass zu Beginn des Konzertes im ersten Stock, verliess dann aber schlagartig den Ort. Gemäss Chlais erhielt das Chäslager nach unserem Konzert einen eingeschriebenen Brief vom Architekten. Er lehne in Zukunft jegliche Verantwortung bezüglich Konstruktion ab, sollten wieder ähnliche Konzerte veranstaltet werden. Klingt jetzt vielleicht etwas artig, aber wir hatten während dem Konzert wirklich das ungute Gefühl, auf einem Boot zu schlingern. Das Haus schwamm. Dürfen gar nicht daran denken, was passiert wär, wenn der Holzboden wirklich nachgegeben hätte, wir Spinner.....

6.6.1992 Zürich in der Wohlgrott mit Papa Coraille "Velo-Blitz-Benefit"
Papa Coraille hatten uns eingeladen. Was die Wohlgrott wirklich war, wussten wir nicht so genau. Hatten eigentlich an ein kleines besetztes Haus irgendwo in Zürich gedacht. Dass die Wohlgrott ein riesig grosses Fabrikgebäude gleich beim Bahnhof ist, realisierten wir erst vor Ort. Zum guten Glück nahm Hampi (unser Mischer) seine ganze Musik-Anlage für ein Butterbrot mit. Er meinte, wenn er schon komme, könne er gleich die ganze Anlage mitschleppen. Zuerst war uns ziemlich unwohl. Wir kamen uns etwas verloren vor und ich hatte leicht Schiss. Nachdem wir jedoch endlich jemanden mit dem Schlüssel zum Konzertraum gefunden hatten und Hampis Anlage einbauen konnten, gefiel es uns schon besser.
Der Konzertraum war ziemlich gross und langsam füllte er sich mit Volk. Als wir loslegten, wollte es zuerst nicht recht, wir krauteten recht grob. Vielleicht auch, weil sich Miguel (ein Spanier) wegen unseren Bierharassen zu uns auf die Bühne hingesessen hatte und wie wild Bongo spielte. Auf jeden Fall waren dann zu guter Letzt wir und die Zürcher aus dem Häuschen und so stiegen wir nach dem Konzert glücklich auf das Wohlgrott-Dach und bestaunten Zürich. Um uns herum die Lichter der Stadt, oben der Mond und unten in der Wohlgrottgasse gings zu und her wie an einem mittelalterlichen Basar. In Fässern brannte Feuer und überall standen, sassen, lachten, diskutierten und/oder tranken Leute.

9.7.1992 Luzern Kunstifäscht
Ward eins unserer extremsten Konzerte überhaupt. Vor uns spielte der Beppi und ein paar Kollegen. Wir hatten Pasci und Claudio als Bläser und mit ihnen begannen wir im Innenhof der Kunstgewerbeschule zu spielen und zogen dann ins Konzertlokal rüber. Und dann gings ab. Die sind richtig ausgerastet und vergossen literweise Bier über sich und uns. Ein Lehrer schwang sich an einer Lampe so lang durch den Raum, bis beide herunterkamen. Wir hatten kein Programm, sondern spielten einfach was uns in den Sinn kam. Stück für Stück. Es war so extrem, dass wir es fast nicht mehr geniessen konnten. Am Schluss waren wir und die Leute total "Birä". Sie wollten uns zuerst gar nicht mehr an die frische Luft lassen. Wir mussten uns regelrecht nach draussen kämpfen.

3.1.1993 Zürich im El International
Mit unserer Bläser-Truppe "Horny-Horns" und dem ganzen Sapporo-drum-und-dran, Ovomaltine-Startnummern, Kappen, Skibrillen und so. Eigentlich wollten wir voll einfahren, aber es hundete enorm. Vielleicht war der Druck etwas zu gross, weil die versammelte Zürcher Rock'n'Roll-Gilde wegen Beni Vignes Anpreisung im Züri-Tipp vor Ort war. Erschwerend kam noch dazu, dass wir schon lange nicht mehr geprobt hatten und unsere Lieder nicht mehr wirklich beherrschten. Gerettet haben uns die "Horny-Horns". Irgendwie war das Konzert für uns eine Ernüchterung. Auch wir sind eine Band, der es mal so richtig "hunden" kann. Nett waren auch die Rufe von "Papa-Coraille" aus dem Publikum "üäbä, uäbä.." und als Märts Handorgel auseinander zu fallen drohte und er eine Zeitlang keinen Ton mehr spielen konnte, hätten wir uns am liebsten verkrochen. Schön war Märts Frage ins Publikum: "was söll ich jetzt machä?" Gut war auch Viktor, der uns nach dem Konzert mit Vollmond tröstete.

8.5.1993 Sins Mehrzweckhalle mit Baby Jail
Waren wir zuerst etwas skeptisch. Die Halle war riesengross und mit dem Mischer hatten wir anfangs ziemlich Mühe. Kam dann aber gut. Als wir um 20.30 Uhr auf die Bühne stiegen, war die Halle "bumsvoll" und beim zweiten Lied flippten die Leute schon aus. Bei «a gauche, a  droit» waren 600 Paar Hände oben und das ganze für uns ein unglaubliches Gefühl. War gar nicht mehr normal irgendwie. Und leider haben wir uns nach dem Konzert nicht ganz korrekt verhalten (was im Normalfall gar nicht möglich ist, weil vom Veranstalter her gegen solche Sachen ein natürlicher Wiederstand besteht - der dann eben weg war), wie wir während dem Konzert Alkohol gleich direkt von der Bühne ins Publikum runter verteilten und nach dem Auftritt ganze Bankreihen zu Freibier einluden. Zudem gewisse Hamburger trotz Riesenanstehschlange einfach wegschnappten und Bierflaschen nur so zum Spass auf den Boden gossen.... hab mir sagen lassen, dass seit unserem Auftritt die Veranstalter in Sins keine Stagepässe mehr für Bands abgeben, sondern nur noch Getränkegutscheine. Auch mit Gewinnbeteiligung war nix. Der Kassier rechnete mir nach dem Konzert am Telephon entnervt vor, dass wir wohl schon mehr als die Hälfte unserer Gage in Flüssiges umgewandelt hätten.

8.1.1994 Einsiedeln im Kärnhuis
Zuerst fuhr Hannes gleich mal gröber ein, weil er behauptete, ausdrücklich zwei Spezialmikrophone bestellt zu haben. Weil das bei den Veranstaltern einen riesen Wirbel auslöste und sie verzweifelt versuchten, solche Mikrophone zu organisieren, schlich sich Hannes derweil in den Bandbus hinunter und nahm den Konzertvertragsordner zur Hand und stellte fest, das er die angeblich bestellten Miks natürlich nicht bestellt hatte (worauf er sich bei Heinz, dem Veranstalter entschuldigte). Unterdessen hatte Märt eine esoterische Phase und schritt langsam über die Bühne, streckte seine Hände aus und murmelte: «lasst uns die Bühne spüren, seht ihr diesen Bierfleck hier? Lasst uns in diesen Fleck hineinfühlen und somit den Raum begreifen». Und dann war Werni am Telephon und verlautete, er sei irgendwo im Hinterland auf einem Bauernhof gestrandet und sein Auto hätte den Geist aufgegeben. Heinz der Veranstalter sah rot. Zum Glück stand einer seiner Kollegen im Raum, schmunzelte und meinte: «Ich hol euren Werni».
Irgendwann waren wir mit Einrichten fertig und fuhren mit Heinz im Bandbus in ein Restaurant. Als wir um die Ecke bogen und immer mehr vom hellerleuchteten Kloster sahen, schrieen alle im Bus: "ohhhhhhhaaaaa-AAAAAHH!" (Heinz rollte die Augen). Als wir gemütlich feine Crepes verdrückten, wurde auch schon Werni an den Tisch gebracht. Der Kollege von Heinz, welcher Werni holen gegangen war, machte sich sofort auf, Timbales-Ständer zu besorgen, denn diese hatte Werni in Steinen vergessen. Derweil Werni seine Crepes bestellte, versuchte uns Heinz zu überreden, baldmöglichst das Restaurant zu verlassen, um das Konzert zu beginnen. Ging aber nicht ohne Werni. Wir schlugen ihm vor, alle uns bekannten Fussballsongs auf der Bühne singen zu gehn. Besonders Pasci war davon begeistert. Heinz jedoch nicht. Konsterniert entschied er sich gegen die Fussballlieder, die wir ihm sogleich am Tisch vorzusingen begannen und entschied sich für die Band inklusive Werni. Endlich betraten wir den Konzertsaal und laut Hannes lief Heinz bleich an, als er realisierte wie überrascht wir waren, den Konzertsaal bumsvoll vorzufinden. Heinz dachte sich wohl: «Was hab ich mir da für einen kleinlichen, esoterischen, naiven, chaotischen Trupp angelacht, welcher offenbar noch nie vor so vielen Leuten gespielt hat.» Das Konzert ging dann aber ab... und wie! Ganz besonders Werni wuchs über sich hinaus. Gut daran war, dass Heinz und die Veranstalter versöhnliche Gesichter aufsetzten und wir mit ihnen noch einen schönen Abend verbrachten.

28.5.1995 Aarau im Kiff
Anlässlich der Jubiläumsfeier durften wir dort spielen. Es war ein herrlicher Sommertag und draussen spielte die Familie Trüeb, als wir eintrafen. Es ging zu und her wie auf einem Jahrmarkt und hatte enorm viele Leute. Mit Staunen stellten wir fest, dass sich vor unserem Auftritt all diese vielen Leute in den Konzertsaal begaben, um uns spielen zu sehn. Weil Werni an diesem Abend ein anderes Konzert in Zürich hatte, waren wir extrem nervös, ausgerechnet ein solch grosses Konzert ohne ihn zu bestreiten. Gut daran war, dass wir uns konzentrierten und einen äusserst guten ersten Part hindonnerten. Der ganze Saal war am tanzen. Darauf gabs eine kleine Pause mit einem Feuerwerk. Und wir..... tja uns hatte offenbar der Rock'n'Roll-Grössenwahn gepackt. In dicken Sofas lümmelten wir im Stage-Raum rum und diskutierten grossspurig über Madonna und sonstiges Zeugs. Nach einer halben Stunde war der Saal wieder voll und die Herren Jolly's für den zweiten Part bereit. Grauenhaft klangen die ersten beiden Lieder. Erst als Pasci hinten durch schrieh: «Gopfver............was isch looos!!» bekamen wir uns wieder in den Griff und begannen anständigen Rock'n'Roll zu spielen. Und zwar so guten, dass der übervolle Saal brodelte. Via Tazzelwurm verliessen wir den Saal. Als wir ihn nach 10 Minuten vom Stageraum her wieder betraten, sang der Saal noch immer unser «What's the Plan». Und dann spielten wir halt noch eine Runde, bis wir fast umfielen.

2.9.1995 Vevey im alten Bahnhof mit Raines Prochaines
S'gab eine extreme Fischsuppe zum Znacht, weshalb die meisten Jollys verstohlen im Mc Donnald gegenüber Hamburger holten. Konzert war OK. Einzig problematisch waren die vielen guten Biersorten und der Umstand, dass wir nach Raines Prochaines spielten - Reini von den "Bouveur d'Orges" hatte uns ordentlich viel Bier zur Degustation gereicht. Als wir dann in eins der extrem schönen besetzten Häuser direkt am See vorne schlafen gehen wollten, mussten wir die Jolly-Truppe aufteilen und da ging Andreas verloren. Am nächsten Tag suchten wir ihn, aber er war nicht aufzufinden. Jede Gruppe hatte gedacht, er sei bei der anderen Gruppe. An das letzte, was man sich gemeinsam erinnern konnte, war seine Frage um 04.30 Uhr: "hat jemand meine Badehose gesehen?" - und nun bekamen wir es mit der Angst zu tun und gingen subito an den See runter seine Kleider suchen - wir dachten, er sei ertrunken. Herr Dorn hatte sich aber entschieden, mit dem ersten Zug nach Lausanne in die Wohnung von Hannes (er besass offenbar einen Schlüssel) übernachten zu gehn.

23.8.1996 Soglio in der Stüä Granda
Liegt wirklich sehr weit weg und ist wohl das schönste Paradies so nah am «Arsch der Welt», wie sich der Beizer Richard ausdrückte. Daher war Richard wohl auch nicht von vorne weg begeistert, als wir ihm ein Telephon gaben und freudig verkündeten, wir wären jetzt ein-einhalb Jahre nach seiner Konzertanfrage endlich bereit, in seinem vor einem Jahr eröffneten Musikbeizchen in Soglio aufzutreten. Er meinte dann trocken, das von wegen Musik sei etwas schwierig in Soglio und es habe im Gegensatz zu seinen ursprünglichen Plänen auch noch kein einziges Konzert gegeben. Darauf überredeten wir ihn, es trotzdem zu versuchen. UND für ihn, für uns, sowie die 40 Konzertbesucher wurde es ein sehr schöner Abend. Unter Kastanienbäumen auf der Veranda beim Mondschein zu konzertieren, anschliessend die herrlichen Hotelzimmer und des Morgens das Frühstücksbuffet zu geniessen war schlicht unvergesslich. Laut Richard hat vor uns noch nie eine Rock'n'Roll Band in Soglio gespielt!

18.4.1998 D-Duisburg im Mono
Eddy und sein Team verwöhnten uns in der, wie sie sagten, einzigen Kulturoase Duisburgs. Das Konzert war gut, sogar sehr gut, wir beherrschen die Lieder fast wieder perfekt. Extrem war einfach die Kulisse. Ab 23.00 Uhr gabs am TV hinter der Bar RTL-Soft-Sex-Filme zu unserem Konzert, worauf wir wie Schulbuben hinter den Instrumenten rumkicherten. Die darauffolgende Uebernachtung bei Georg vom Zebra-Mono-Duisburg-Fan-Club erweiterte unser Halbwissen über den MSV Duisburg gewaltig.

29.9.2000 Safienthal im Rathaus
Kam gut. Nachdem wir in den Graubündner Grand-Canion runtergebrünzelt hatten, staunten wir nicht schlecht, als nach dem Hasenasyl Schildchen an der Split-Kiste hinter Versam mitten im Wald ein Jolly-Konzert Plakat auftauchte. "30 km Kasachstan" hatte Küde gemeint. Und wahrlich abenteuerlich gings hinein und immer weiter hinein ins Tal. So sehr, dass im Jolly-Bus Zweifel aufkamen, ob da noch ein Dorf auftauchen würde.
Aber es kam. Und wie. Im Sääli vom altehrwürdigen Rathaus stellten wir unsere Instrumente auf und bekamen dann das aller allerbeste Wild seit Jolly-Gedenken aufgetischt. Besonders die Kastanien waren von einer anderen Welt. Irgendwie konnten wir uns nicht vorstellen, ob und insbesondere woher Konzertvolk kommen könnte. Aber es kamen Leute, und wir starteten pünktlich. Anfangs etwas verhalten, aber dann artete die Sache irgendwie aus, ward göttlich. Cool auch die Familie mit Kindern, wo sich Vater mit Vollbart und Mutter mit schwingenden Armen vorab derart ekstatisch verrenkten, dass ihre Kinder nicht mehr getrauten, ebenfalls zu tanzen, anfänglich jedenfalls. Nach dem Konzert gings gleich weiter mit Disco. Wir hatten nur drei CD's mit dabei, aber damit machten wir stundenlang Disco, bis der Morgen graute. Unvergesslich: Märts Repeat-Show. Die Repeat-Taste war schlussendlich die einzige Taste, welche DJ-Infanger einwandfrei und präzise betätigen konnte. Anderntags hörten wir am Nebentisch Hotelgäste: "laute Musik geht ja, aber zwanzig Mal hintereinander das selbe Lied!"..... wie sang Märt so schön: "The first cut is the deepest".

12.10.2002 Bern im Du Nord
Auf der Fahrt von Biel nach Bern hätt ein abgebrochenes Lastwagen Teil fast den Vorderreifen vom Jolly-Bus zerfetzt. Hefe nahm das Teil mit einem Schwenker zwischen die Räder - ausser halbzersplitterter Stossstange nichts passiert. Um so schöner dann, glücklich im heimatlichen Du Nord anzukommen. Znacht war wieder ober Hammer - Wild vom feinsten. Konzert war sehr gut, aber irgendwie doch nicht ganz so gut wie ein Jahr zuvor (auch gar nicht möglich).
Dafür gings dann wieder ziemlich lang, bis wir so gegen 05.00 Uhr den Bandbus endlich eingeräumt und uns gen Schlafstätte verabschiedet hatten. 100 Meter nach Abfahrt hielt der getreue Jollys-Bus schon wieder und alle stiegen aus, weil Hishams Xanadu zur grossen Jolly-Freude noch offen hatte. Sofort kam man mit den lokalen Gästen in Kontakt, traf Leute von den Monsters und auch sonst bekannte Gesichter. Märt hatte sich in den Kopf gesetzt, die YB farbene Wasserpfeife auf dem obersten Regal mit nach Hause zu nehmen, also wurde der Sänger in die Verhandlungsrunde geschickt. Mehr als CHF 50.- durfte das Teil gemäss Anweisung Pasci nicht kosten, also zog sich die Sache dahin. Nach etlichen Kebabs und Getränken und fast Nerven tötenden Verhandlungen mit Hisham, schenkte er uns die Pfeife. Wir waren derart verblüfft und Happy, dass wir sogleich den Bandbus ausräumten, die Instrumente zur Hand nahmen und allen Gästen am Tresen um 06.00 Uhr "Mustafa" und sonst noch ein paar lustige Jolly-Hits zum besten gaben. Als Dank bekam jeder von Hisham eine Tasche Popcorn sowie ein Kebab auf die Heimreise geschenkt. Heimfahrend waren sich alle einig: EIN HAMMERABEND! Wir liefen dann alle auch noch unnötigerweise in Hänus Zimmer rein (welcher eine Stunde später mit Anita in die Ferien wollte) und berichteten ihm Popcorn mampfend von unserem Wahnsinns-Trip.

23.7.2004 Kiental Natural Sound Open Air
Im Kiental trafen wir zeitgleich mit dem Manager von "Scream" ein. Er erkundigte sich nach dem Stage-Raum für seine Bänd und wir nach dem Proberaum, damit wir unsere Songs üben gehn konnten. Die Probe war gut und wir freuten uns sehr auf unser Konzertchen gen Mitternacht. Als aber "Scream" endlich auf der Bühne standen, machten sie vorab eine halbe Stunde lang Soundcheck. Zu reingesampeltem Anfangsapplaus gings los. Als "Scream" fertig waren und dem Publikum eine angenehme Nachtruhe wuschen, begann es auch sogleich zu regnen. Ziemlich entnervt und daher zügig bezogen wir die Bühne. Märt machte Scream klar, dass sie jetzt aber subito zu verschwinden hätten und ich stellte ihrem Manager zielstrebig meinen Gitarrenverstärker auf die Ferse. Wir überlegten zuerst, ob wir die paar wenigen Zuschauer vor der Bühne rauf an den "Schärmen" nehmen wollen, legten dann aber trotzdem mal los. Sogleich kam das Volk in den Regen raus gehüpft und tanzte und schrie wie wild herum, wir auch, vor Freude. Ward ein super Auftritt. Völlig euphorisch stiegen wir nach 1 1/2 Stunden von der Bühne und hechteten um 03.00 Uhr in den Hotel-Swimming-Pool. Nachdem wir endlich alle Freunde beisammen hatten, wiesen uns die Veranstalter den Berg hoch. Herr Dorn verpasste die richtige Abzweigung und so fuhren wir ellenlang im schlegeldicken Nebel die Berneroberländer Berge hoch. Weit, weit oben kehrte der getreue Jolly-Bus wieder um und wir fuhren retour ins Dorf und nahmen die andere Abzweigung. Endlich trafen wir oben auf der Ramslauen ein und staunten nicht schlecht, als das hell erleuchtete Bergrestaurant mit vielen freundlichen Menschen grösste. Die Leute dort oben badeten ihre Füsse in einem Kindergummibad in dem Milch, Wodka und Teigwaren schwammen und dazu lief Rocksteady. Vom Beizer Jürg bekamen wir Cervalats geschenkt und grillten diese eingehüllt in Wolldecken am Feuerchen vor der Beiz. Jürg schenkten wir in return eine Jolly-CD und so schlief man im Morgengrauen zu Jolly-Sound glücklich auf 1'400 Meter über Meer ein.
Als der Wecker um 10.00 Uhr ratterte, war viel stimmungsvolles Treiben von unten zu hören und siehe da, Herr Christen und Herr Infanger sassen immer noch vergnügt mit Jürg am Stammtisch. Märt war völlig begeistert von den Kühen beim Bauern drüben, welcher nicht schlecht gestaunt haben soll, als er Herrn Infanger leicht übernächtigt in sein Knochengerüst gekleidet um 7.00 Uhr im Stall bei seinen Tierchen antraf. Ich selber fuhr vor dem Morgenessen mit der pittoresken Sesselbahn unnötigerweise bei Nieselregen eine Stunde lang den Berg runter und wieder hoch, was jedoch die Gewissheit einbrachte, dass es sich bei der Ramslauen-Abfahrt wahrlich um ein Schlittel-Eldorado erster Güte handelt. Nachdem alle Jolly-Freunde aus den Betten gekrochen kamen, machte sich der lustige Tross nach innigster Verabschiedung auf den Weg ins heimatliche Du Nord.

5.5.2007 Fribourg im ELVIS et moi
In Ins liess man uns bis 12.00 Uhr ausschlafen, weil im Hotel niemand wusste, dass wir oben in den Zimmern lagen. Herrlich. In Fribourg mussten wir erst gegen 18.00 Uhr auftauchen, also suchten wir nach interessant klingenden Ortschaften zwischen Bielersee und der Sense. Witzwil klang lustig und auch spannend, zumal die Zubringer-Strasse auf der Schweizer Karte mit gesperrt Kreuzchen versehen war. Als wir uns dem Oertchen näherten standen promt Einweisposten bereit, die uns einwinkten. "Haftanstalt Witzwil" stand geschrieben. Offenbar handelte es sich ausgerechnet heute um deren Tag der offenen Tür. Das liessen wir uns nicht nehmen und deckten uns mit Produkten (Kinder Bauern-Hemden, etc.) "made in witzwil" ein. Als nächstes avisierten wir Avenches und dessen Römer-Arena. Bären, Löwen und Luchse sollen hier gekämpft haben, was insbesondere beim Luchs nicht auf Anhieb gefährlich klang. Gut, nackt und nur mit einem nassen Sack bewaffnet, ist wohl auch ein hungriges Luchs-Rudel eine gefährliche Sache. Nach Avenches verpassten wir die Strasse für Fribourg und kamen in der Nähe von "Russie" ziemlich ins Kraut. Fribourg hat keine Agglo. Zuerst ländlich und dann "bumm" ist man in der Stadt. Für "ELVIS et moi" wurden wir von Beat-Män empfohlen und die Veranstalter wiesen uns sogleich darauf hin, dass sie sich eine weitere Strafe wegen Lärmbelästigung (wie bei Beat-Män) nicht mehr würden leisten können. Wir rumpelten darum schön laut, aber nicht zu laut. Dem Konzertvolk gefiels und uns auch, bis alle wie wild im Zeug rum tanzten.

Gegen 04.00 Uhr rollte der Bus dann Richtung Schlafstätte gleich bei der Kathedrale vorn. Aber man war sich einig, dass die Strecke Rue Morat bis Kathedrale nicht genug her gab, um von unserem Konzert-Aff runter zu kommen. Also "cruisten" wir mit 15 Kilometer pro Stunde weiter durch Fribourg und über die grosse Sense-Brücke hinaus ins Fribourger-Land. Und siehe da, gleich ausserhalb der Stadt entdeckten wir einen einheimischen Jolly-Konzertbesucher, welcher zuerst den Daumen raus hielt, dann aber verdrückt über die Strasse hüpfte, weil es ihm (wie er uns hernach versicherte) nicht ganz geheuer war, als um diese Zeit ein blauer Kastenwagen über die Brücke geschlichen kam. Wir bestanden darauf, ihn nach Hause zu bringen, auch wenn er uns seinen Namen nicht sagen mochte und wir beim Wort "Daafrsch" lange nicht verstanden, dass es sich dabei um das nächste Dorf ausserhalb handelte. Vermutlich wär er zu Fuss schneller in Tafers gewesen. Für uns war's göttlich, im Morgengrauen in der Gegend rum zu "cruisen", um dann doch endlich wieder in der Stadt vorn zu landen und, in die Kissen zu sinken.

28.7.2008 Linthebene BuLa Open-Air
Als uns die Pfadi fragte, sah's nicht gut aus. Mögliche Daten für 2008 waren alle schon vergeben und Montagabende sind für uns als Hobby-Bänd fast so gut wie unerreichbar. Die entsprechende Absage wurde aber nicht akzeptiert - erst wenn die ganze Band dazu Stellung nähme.
Bandintern entwickelte sich darob im Grünenwald bei "Aelplermagronen" eine angeregte Diskussion und als wir realisierten, dass Werni noch keinen Pfadinamen besitzt, machten sofort "Spinal-Tap" inspirierte "Schlagzeug-Vernichtungs-Tauf-Ideen" die Runde. Des Sängers Absage wurde storniert und das BuLa erhielt die gewünschte Zusage.
Vor Ort hatten wir dann ziemlich lang, ob all den vielen, vielen Pfadis, unser Unterlager zu finden. In Pfadi Engelberg Dimensionen aufgewachsen, war die schiere Anzahl Pfadis in der Linthebene eine glatte Ueberforderung. Märt ahnte im Vorfeld sowas und gab sich schon damals nur sehr unwirsch mit der vagen Ortsangabe "Linthebene" zufrieden. "Wir können ja gleich sagen, s'sei im Zweistromland, ist etwa ähnlich präzise!" Da so ein Pfadistädtchen auf Landkarten eher virtuell, als denn real existiert, näherten wir uns dem Unterlager kreisförmig. Erst eine muntere Pfadi-Gruppe, die im Dorfbrunnen der nächstgelegenen realen Ortschaft lag, gab uns den entscheidenden Richtungstipp.
Je näher der Abend kam, je dunkler braute sich vor der Bühne ein mächtiges Glarner Unwetter zusammen. Soundcheck bestand darum einzig im "Plachen über die Anlage binden". Und dann wurds surreal. Wie wir vor der abgedeckten Open-Air Bühne standen und zuschauten, wie die kleinen Pfadis "Sandsack-ähnlich" auf flatternde Zelte gelegt wurden und Leiter versuchten, mit Stricken und Heringen die im Sturm peitschenden Stoffe zu bändigen. Dem Sarasani nebenan half dann auch nicht viel, dass sich die ganze Band in die Plachen warf. Somit verschob sich unser Konzert um mehrere Stunden und erst gen Mitternacht war's dann soweit. Der Wind zehrte heftig an der provisorisch überdachten Bühne und wir legten los. Schönes Konzert. Tolles Publikum, mit vielen kleinen, glücklichen, hüpfenden und dann immer müder werdenden Kindern zuvorderst an der Absperrung. Das schönste an allem war die entspannte Atmosphäre, trotz all dem Chaos. Und bei mir kam Pfadi-Heimweh-Romantik auf. Hät am liebsten selbst ein Zelt in den Wind unter den aufklarenden Sternenhimmel gestellt. ...und Werni's Taufe ging ob all dem drunter und drüber glatt vergessen..

http://www.youtube.com/watch?v=lFB_qFrj8cc

25.7.2009 Open-Air Etziken
Seit langem lagen uns die Veranstalter via Gandi in den Ohren. Und nach Jahren war's so weit und wir konnten das Weekend elegant mit der grafenörtlichen Muisiglanzgmeind verbinden. Wir spielten im Clubzelt nachdem die Lovebugs oben auf der Hauptbühne fertig waren und bevor dann die Ochsner's auch wieder oben auf der Hauptbühne loslegen durften. Anfahrt war etwas periphär und es ging nach Buttisholz über Kraut und Rüben. Dorn brachte den Jolly-Bus auf einer entlegenen Bergstrasse mit Schwung um Centimeter an den Abgrund vom Tobel und Werni meinte erbost (nicht zu letzt wegen meinem hysterischen Gelächter), er sei noch zu jung, um von dannen zu scheiden. Insbesondere wolle er nicht an so einem unnötigen Ort, total im Gheu draussen sterben.

Wir sind definitiv keine Open-Air Bänd. Zumindest wenn es darum geht, im Backstageraum in grossen Sesseln stundenlang auf unseren Auftritt zu warten. Mein Ausweg war im oberen Backstageraum den grossen Stars des CH Rock'n'Roll's zuzuschaun. Aber das war dann auch nicht viel besser, als unten in den Sofas rumzulümmeln. Besonders als der Manager von Seven kam und sich bei den Veranstaltern wegen 10 Minuten beklagte, die sie weniger lang würden spielen dürfen. Nicht zu letzt (wie er umständlich ausführte) wegen den Fäns, die würden es schlicht nicht verstehen, wenn Seven zwei Songs weniger spielen könne. Darum sei es unmöglich, das Programm zu verkürzen. Nachdem ich solchen Gesprächen zuhören darf, bin ich jeweils froh, nicht vom Rock'n'Roll leben zu müssen. Charmant war dann hingegen das Gespräch mit Büne Huber, nachdem ich mich bei seiner Bassistin (die in Hefes Armen lag) wegen meiner unqualifiziert (vor Jahren) geäusserten und ihr offenbar zu Ohren gekommenen Kritik bezüglich ihrer Bühnentauglichkeit entschuldigt hatte. Büne konnte sich gar an das Bock uf Rock 1992 in Ennetmoos erinnern und auch an den Auftritt von Why Blood. Wie die Bänd nach dem Konzert ihren blinden Pianisten auf der Bühne oben glatt vergessen habe - grossartig.

Unser Auftritt war gut. Wir können unsere Songs, wie immer gegen Ende einer Tournee, fast perfekt und weil der Bühnensound so viel klarer als am Vorabend klang und wir unbeschwert loslegten weil wir im Publikum fast niemanden kannten, ward's eine gute Sache. Schön auch die Verabschiedung gen Uebernachtungs-Stätte als der Jolly-Bus vorerst hinter der Bühne im Plurp stecken blieb und wir ihn dann doch noch endlich irgendwie losbekamen und uns lauthals von den "Stop the Shoppers" mit Anhang (Büne) verabschiedeten.

19.11.2011 Brugg im Dampfschiff
Wir, die ja schon mit unserem Cruising-Ship Song "Arche Nova" eine gewisse Affinität zur Schifffahrt bekundeten, fanden nur schon den Namen des Veranstaltungsortes so interessant, dass wir uns spontan entschieden, wieder mal den schönen Aargau zu bespielen. Konzert war gediegen. Schmucker Ort. Auch die neuen Songs kommen gut. Ich war aber nach dem Konzert extrem müde und döste am Tresen bei einem Gin Tonic ein und vernahm nur von weiter Ferne, wie Märt sich mit den Veranstaltern unterhielt. Meine Freunde waren so lieb, mich in den Jolly-Bus zu tragen. Als dort auf der Fahrt zum Hotel der Hunger erwachte und wir von Blutwurstautomaten zu träumen begannen, war auch ich wieder hell wach. Hotel an zentraler Lage war darum schnell bezogen und schwubidiwupp der ganze Jolly-Tross in Brugg um 03.00 Uhr auf Essens-Suche. Leider hatten alle Lokale bereits geschlossen. Bei der Brücke über die Aare gab uns eine sehr angeheiterte aber sehr nette junge Dame im Graubündner Dialekt den Tipp, den Pizza-Blitz aus Baden kommen zu lassen. Sie selber hätte gerne ein Glacé - das taten wir umgehend, obwohl die junge Dame dann doch nicht eine Stunde lang auf ihr Glacé warten mocht. Wir überlegten uns derweil, was mit der Zeit anzustellen wär und erspähten zur grossen Jolly-Freude ein noch geöffnetes Freudenhaus. Leider losch dieses 10 Meter vor unserem Eintreffen die Lichter weshalb wir kehrt um machten. Retour vor unserem Hotel besahen wir den Stadtplan von Brugg als drei auf den ersten Blick harmlose junge Männer daherkamen und uns fragten, ob wir Architekten seien. Unsere Antwort, wir seien eigentlich Nacktwanderer aus dem Appenzell, aber s'sei einfach zu kalt, um nackt in der Gegend rum zu stehen, fanden wir sehr, sie nur mässig lustig. Gar nicht lustig fanden sie unsere Vermutung, sie seien wohl "Coronisten", wo doch jeder von ihnen ein Corona in Händen halte. Umgehend wurde unserem Herrn Märt seine schöne Kappe vom Kopf gerissen. Jetzt wurd's ziemlich ungemütlich und unsere einzige Strategie war, zusammen zu bleiben und den drei Typen immer schön möglichst deeskalierend auf den Fersen zu bleiben. Aber auch als wir die Kappe dank Hefe endlich wieder retour hatten, war uns nicht geholfen. Sogleich war Dorns Kappe weg. Irgendwann ward's richtig mühsam und eigentlich sonnenklar, dass sich hier früher oder später ein wüstes Handgemenge anbahnte. Auch als der eine verlautete, wir könnten die Kappe für CHF 10 retour kaufen, fand ich das keine gute Idee, weil ich an die vielen Hunderternötli (wegen der Gage) in meinem Hosenksack denken musste und keine Lust hatte, diese hervorzukramen. Also orderte Hannes per Natel die Polizei. Nach 5 Minuten waren zwei Ordnungshüter mit quitschenden Reifen vor Ort und wir heil froh, so unsere Kappe wieder zu erlangen. Märt meinte bewegt, dies sei das erste Mal in seinem Leben, dass die Polizei auf seiner Seite gestanden habe. Inzwischen waren die Pizzas beim Hotel eingetroffen und wir begaben uns erleichtert ins Hotelzimmer und hatten genug vom Ausgang zu später Stund in Brugg und freuten uns auf's heimatliche und uns so viel sicherer erscheinende Züri mit dessen göttlicher ELLOKAL-Insel an der Sihl.

-> was sonst noch so los war in dieser Nacht in Brugg:

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/brugg/schlaeger-beisst-polizisten-in-die-hand-und-verpasst-ihm-kopfstoss-116164011